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im Auftrag des Herrn-eine Pilgerreise

Vorwort:

Nein der carliO ist noch nicht völlig durchgeknallt, doch eine Überdosis des Hörbuchs “die Säulen der Erde” sowie die dazu passenden Erreignisse veranlassten mich für diesen Artikel den Schreibstil etwas “anzupassen”

Es war noch früh im Jahre 20-10 anno domini als der Knappe Karl i.O. nach einer langen und entbehrungsreichen Schiffsreise den Hafen zu Montt erreichte. Zuvor hatte er weit im Süden im Hafen Natales um ein Plätzchen für sich und sein treues Ross an Bord der Evangelistas gebeten.

Evangelista

Die Eintönigkeit an Bord war jedoch grauenhaft, die schlechte Witterung tat das Ihre dazu bei. Der erbärmiliche Frass den man den Gästen vorsetzte mundete lediglich den ebenfalls anwesenden Angelsachsen- von Ihrem Eiland waren sie schliesslich nichts besseres gewohnt.

Eine ganze Horde Rinder ward ebenfalls an Bord, was vor allem im Heck des Schiffes zu einem täglich abscheulicher werdenden Gestank führte.

Gletscher und Kühe

Diese Reihe von Widrigkeiten veranlasste unseren Knappen sich dem wesentlich besseren Wein, sowie der vielzahl an Weibern zu widmen. Doch eben diese Vielzahl brachte unseren Knappen wiederum in eine Predullie-um welche sollte er nun werben-welche wäre nun eine Sünde wert? Da Karl nicht der einzige Knappe auf freiers Füssen ward und er immernoch unschlüssig, versuchte er die Wahrheit im Weine zu ergründen. Doch diese Methodik brachte ihn auch nicht viel weiter, so dass ausser den Spesen mal wieder nix gewesen war.

Am dritten Tage erreichte die Evangelistas die offene See. Der erhebliche Seegang, sowie der Kater den Karl aufgrung der Berberei in seinem Kopfe mit sich trug band Ihn an diesem Tage an bzw. in die Koje. Lediglich eine Schule von Delfinen die an jenem Tage die Barke kreuzte sorgte für ein wenig Aufheiterung.

Delfin

Am letzten Abend blickte endlich ein wenig die Sonne hervor…

Schach

Im Anschluss an ein Glücks-turnier, welches von der Besatzung zur Aufheiterung der Gäste veranstaltet wurde…

bingo

…wurde noch zum Tanz gebeten.

dance2

Die engelsgleiche -nennen wir sie hier Angeline-hatte wohl Mitleid mit dem armen Knappen und drückte Ihn fest an sich. Angeline wurde vom Herrn mit einer seegensreichen Weiblichkeit beschenkt in welche sich unser Knappe sogleich anschmiegte.

Arm in Arm

Doch da er nicht der einzige Freier ward der um Angeline warb und sie es sichtlich genoss, von alles Seiten umworben zu werden, verlor Karl dann  doch das Interesse -wenn schon dann wollte er sie ganz für sich allein haben.

Am nächsten morgen stahl sich dann Karl mit seiner kampferprobten Stute Käthe von Bord und stand nun im Hafen zu Montt. Er wusste nicht so recht was er nun mit sich anfangen solle. Er hatte ein vages Versprechen vom Schmiede zu Rancagua, bei dem er einst sein Ross beschlagen hatte, er würde Ihn zu Montt empfangen, doch dieser schickte ein Eilboten mit der Nachricht er habe gerade zu viele Rösser zu beschlagen, so dass er nicht in Montt auf Ihn warten könne. Dies brachte Karl jedoch nicht in Verdruss, hatte er an Bord doch von dem Eiland Chiloe, mit seinen wunderschönen hölzernen Kirchen gehört. Da er empfand, dass es an der Zeit ward Busse zu tun, begab er sich auf Pilgerreise auf das Eiland. Er fand eine Herberge und trat ein und vor Ihm stand-er konnte es kaum fassen- leibhaftig die schöne Angeline-der Herr musste sie wohl geschickt haben. Diese Gelegenheit wollte er nun beim Schopfe packen, so fragte er sie ob sie nicht mit Ihm-hoch zu Rosse- losziehen wollte um des Eilandes Kirchen zu bewundern und Busse zu tun. Er wusste, kaum ein Weibe kann dieser Versuchung widerstehen, hoch zu Rosse ferne Gegenden zu erkunden.

So zogen sie gemeinsam los, und Karl gab Käthe die sporen, dass es nur so Staubte.

riderz

Bei der ersten Rast zeige sich Angeline schwer beeindruckt und erwähnte: Das Ross würde Ihrem Versprochenen zu Hause in den Niederen Landen wohl auch sehr gefallen. Ein Satz den Karl am liebsten überhört hatte, doch nun war er nunmal gesagt und nichts half als die Dinge hinzunehmen wie sie waren. Was Karl nur überhört hatte war das Wort “ehemals” sie hatte “ehemals Versprochener” gesagt. Wie auch immer dachte Karl, er wollte den Tag geniessen. Da er nun dachte Sie wäre einem anderen versprochen, konnte er umso ungezwungener handeln.

Der Allmächtige schickte die Beiden auf immer widrigere Pfade-die Kirche zu Colo war auf keiner der alten Karten verzeichnet-selbst Garmin der Navigator, auf den sich Karl nur allzu gerne verliess, kannte Colo nicht. So fragten die Beiden einen Jüngling am Wegesrand-wohl hatte er von der Kapelle schon gehört-doch ob er je im Angesicht der Kapelle stand? Er wusste jedenfalls wo die Kapelle nicht ist-was den Beiden ein Stück weiter half.

jungling

Doch die Wege des Herrn sind bekanntlich unergründlich und er schickte die beiden auf einen gefährlich steilen Pfad. Karl der den Nachmittag mit Angeline trotz der unglücklichen Offenbarung sichtlich genoss, übersah in all der Leichtigkeit des Seins eine Warnung, die besagt dass der weitere Abhang nur mit straken Ochsen zu meistern sei.

4x4

Der Pfad führte immer steiler hinab, doch Angeline schmiegte sich mit einem unglaublichen Gottvertauen an Karl, und er lenkte sein Ross geschickt den Abhang hinunter. Ein anderes Weibe währe wohl längst mit wildem Gekreische vondannen gegangen, doch sie war stets guten Mutes. Unten angekommen fanden sich die Beiden in einer zauberhaften einsamen Bucht wieder.

bootmoppedengel

Nach einiger Zeit erreichte ein altes Paar in Stiefeln und mit Körben ebenfalls die Bucht. Es waren Muschelsammler, welche beinahe vor lauter Freundlichkeit unser Paar  mit auf Ihre Barke zog. Doch Karl sah wie sich unser hellstes Gestirn schon bedrohlich zum Horizont neigte. Wollte er doch die Kapelle  wenigstens im Dämmerlicht erreichen. Der Muschelsammler machte dann Karl noch wenig Hoffnung die Stute heil wieder den Abhang hinauf zu bringen. Auch Karl machte sich nun Gedanken über den Aufstieg. Da selbst Engel weinen können gab er Angeline an den Hügel auf Schusters Rappen zu bewältigen-er wollte auf keinen Fall, dass sie Schaden nehmen würde. Käthe ward lang nicht beschlagen worden, Karls Stirn legte sich in Falten, doch dann nahm er allen Mut zusammen und gab dem Ross die Sporen. Wie ein Berserker nahm er den steilen Stich in Angriff-Staub und wie auch kindskopfgrosse Wacker stieben unter Käthes Hufen nach allen Seiten.

auffahrt2-4

Er hatte es wieder einmal geschafft der Teufelskerl-oben wartete er auf sein Englein und die Pilgerfahrt ging weiter. Nach nicht allzu langer Fahrt erreichten sie endlich dies Hause des Herrn. Klein aber Fein dachte Karl und bewunderte das Gotteshaus.

iglesiacolo

Ein alter Priester kam zugegen und erklärte, dass die Kapelle aufgrund der 270 Regentage, welche ein Jahr hier erbrachte, immer wieder auszubessern sein und bat um eine kleine Spende. Im Gegenzug würde der Herr eine Hand über uns halten. Alsdann dachte der Knappe, gab ein Almosen und da die Nacht hereinbrach machten sich die Beiden wieder auf den Weg.

Angeline hatte in Ihrem Lexika ” der einsame Planet” noch vom besten Wirtshaus der Insel gelesen welches die Beiden auf der Heimreise noch aufsuchten. In der Tat waren die Speisen-Fisch und Muscheln-unfassbar deliziös.

chejo

Am nächste Tage begleitete Karl noch Angeline noch zu den Postkutschen -Ihre Reise sollte weiter gehen. Er fragte noch einmal verlegen ob sie denn mit Ihrem Versprochenen bereits gemeinsam Haushalt führe. Verdutzt antwortete sie, dass sie doch selbst auf Freiersfüssen stehe. Er verstand gar nichts mehr-wie kam es blos zu diesem unheilvollen Missverständnis? -”Die Wege des Herrn-verdammt-was hat er noch mit mir vor”dachte Karl. Auf der Schwelle der Kutsche stand Angeline- es kam Ihm vor wie im Traume.

Auf einmal gab sie Karl einen heissen innigen Kuss, doch dann war Schluss.

Sie stieg ein, er ging heim,was für ein schöner Tag.

Ob sie sich je wiedersehen…

…Fortsetzung (wenn überhaupt) nur bei 950abenteuer.




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